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Landesweite Fachtagung zum kommunalen Klimaschutz in Dardesheim

Im Rahmen ihrer vielfältigen Aufgaben als Planungsträger, Eigentümer von Gebäuden oder
Versorger mit Strom und Wärme spielen Kommunen eine entscheidende Rolle bei der
Umsetzung der Energie- und Klimapolitik. Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt (kurz: MULE) lud kürzlich zu einem Workshop zum kommunalen Klimaschutz nach Dardesheim ein und stellte Angebote/Projekte speziell in Sachsen-Anhalt wie auch bundesweit vor.

 

In der Begrüßung von Bürgermeisterin Ingeborg Wagenführ, die die Vorreiterrolle Dardesheims als „Stadt der erneuerbaren Energien“ für das gesamte Land Sachsen-Anhalt hervorhob, wurde bereits deutlich, dass die Einheitsgemeinde bereits auf einem guten Weg im Prozess der Umsetzung der gesetzten Klimaschutzziele ist. Allein der örtliche Windpark produziere mehr als das vierzigfache des Strombedarfs der Stadt Dardesheim. Zudem bestünde ein nicht unwesentlicher Nebenaspekt darin, dass der Windpark einen wesentlichen Bestandteil zum Gewerbesteueraufkommen der Kommune beiträgt. Zuletzt stellte Dardesheim weite Teile der Straßenbeleuchtung auf energie- und kostensparende LED-Beleuchtung um. „Wohlgemerkt ohne finanzielle Beteiligung der Kommune“, hob Wagenführ hervor. Dies sei beispielhaft. 

Staatssekretär Klaus Rehda                                                                                                                            Bild Bodo Weinhold

Im Anschluss referierte Staatssekretär Klaus Rehda über die energiepolitischen Bestrebungen des Landes. Der Landkreis Harz ist mit seiner „energetischen Kernkommune“ Einheitsgemeinde Stadt Osterwieck eine von vier energetischen Modellregionen im Land, welchen eine Vorreiterrolle der Energiewende zugeschrieben wird.

Sachsen-Anhalt sei demnach mit den Erzeugerkapazitäten anderen Bundesländern weit voraus. Nun sei es besonders wichtig, Wildwuchs im Erneuerbaren Energiengesetz zu verhindern, um die Entwicklung hin zu den Ausbau- und Speicherzielen mit Augenmaß zu betrieben, so der Staatssekretär. Die weiteren klimapolitischen Ziele des Landes halten auch Einzug in die Richtlinien von Förderprogrammen wie LEADER, STARK III oder STARK V.

 

In den anschließenden Fachvorträgen wurde gezielt auf Praxisbeispiele und Förderproramme eingegangen. So lieferte Frau Dr. Christiane Röper von Landesamt für Umweltschutz Messdaten von Wetterstationen in Sachsen-Anhalt, die die Auswirkungen des Klimawandels auf Sachsen-Anhalt bestätigen. Besonders in den vergangenen 30 Jahren sprächen die Daten eine klare Sprache. Es liege ein messbarer Temperaturanstieg vor und auch Extremwetterereignisse seien deutlich ausgeprägter geworden.   

Für den Landkreis Harz zeigten in der Folge Immo Kramer und die Agenda 21-Koordinatorin Elke Selke auf, inwieweit der Landkreis Nachhaltigkeitsziele verfolgt. So sei unter anderem  das gesamte Kreistagsbüro mittlerweile „papierlos“. Die Papiereinsparungen können seit der Einführung schon in Tonnen beziffert werden.

Dr. Ute Urban gab einen Überblick zum Thema „Erschließung von Energieeinsparpotenzialen durch Nutzerverhalten in Schulen des Landkreises Harz“. Teile dieses Projektes sind den Osterwieckern nicht unbekannt, waren sie doch Bestandteil des Förderprojektes „Zukunftswerkstatt“.

Anne Ramm vom Verkehrsclub Deutschland, die über nachhaltige und effiziente  Nutzung von Verkehrsmitteln referierte. Es sei nicht notwendig das Auto zu verteufeln, jedoch könne man es sinnvoller einsetzen und so etwas für das Klima tun.

 

Weiterhin wurden die ab 01.07.16 geltenden, erweiterten Fördermöglichkeiten der
Kommunalrichtlinie speziell für den Bereich Kitas, Schulen und Sportstätten vorgestellt.
Begleitend wurden einzelne Stationen des Energieerlebnispfades des LK Harz ausgestellt und E-Bikes zum Testen standen bereit.

 

Die einzelnen Vorträge stehen auf den Seiten des Ministeriums www.mule.sachsen-anhalt.de im Bereich „Aktuelles – Veranstaltungen“ für Interessierte zu Verfügung.

Text Hr. Eisemann, Wirtschaftsförderer EHG Stadt Osterwieck